Amino Spiking- Information von Supp4U

Amino Spiking - Wieviel Protein ist wirklich im Shake
Seit Jahren können wir eine ständige Erhöhung der Rohstoffpreise für Protein (WPC80) beobachten, andererseits ein gleichzeitiges Fallen der Verkaufspreise bei einigen Herstellern. Besonders fällt dies bei Shopbetreibern mit Eigenmarken auf.

 

Wie ist das möglich?

Zum einen können, abhängig von der Infrastruktur, Gehältern und Nebenkosten sowie der Unternehmensgröße, deutlich niedriger Einkaufspreise des Rohstoffes erzielt werden. Zum anderen fällt auf, das verschiedene Aminosäuren höhere Werte aufweisen, als diese in einem Whey Protein zu erwarten wären.

 

Der Missbrauch von Aminosäuren

Wenn man sich bereits eine Weile über verschiedene Themen in der Fitness-Branche informiert hat, wird man immer wieder auf die Begriffe Amino-Spiking oder Nitrogen-Spiking gestoßen. Doch was ist eigentlich dieses Amino Spiking? Ist es ein Versuch, durch die Nährwertangaben den Verbraucher zu täuschen oder doch nur ein Mode-Begriff?

 

Mit Amino-Spiking ist das Anreichern des Proteins mit kostengünstigeren Aminosäuren wie Glycin und Taurin oder auch mit Glutamin und Kreatin gemeint, um den rechnerischen Proteingehalt zu erhöhen und damit eine bessere Qualität des Produktes vorzutäuschen. In Laboren (auch cGMP zertifizierten) werden diese Aminosäuren auf Grund der Stickstoffbindung als Protein erkannt und auch als Protein bezeichnet. Allerdings sind diese Proteine keine Nahrungsproteine. Die Verwertbarkeit im menschlichen Körper unterscheidet sich deutlich zu einem Nahrungsprotein und ist der Muskelproteinsynthese nicht dienlich. Einige Hersteller sollen das Spiking dermaßen übertrieben haben, dass die erwarteten 30g Protein mit 15g Füllstoffen aus den genannte Aminosäuren gemischt wurden.

 

Woran erkenne ich, ob mein Produkt gespiked wurde?

 Am einfachsten erkennt man ein Amino-Spiking, indem man ein Blick auf die Zutatenliste wirft. Als erster Inhaltsstoff sollte natürlich das Protein (Whey Konzentrat, Whey Isolat, Whey Protein etc.) aufgeführt sein.

 

Als nächstes sollte man einen Blick auf die einzeln aufgeführten Aminosäuren werfen. Am häufigsten werden zum Amino-Spiking die Aminosäuren Glycin und Taurin verwendet. Da diese beiden Aminosäuren auf natürliche Weise im Protein bereits enthalten sind, ist es nicht einfach zu erkennen, ob ein Amino-Spiking vorliegt. Sobald allerdings bei einem Protein in den Inhaltsstoffen (Ingredients) Taurin, Glycin, Glutamin-Peptide oder Glutamin extra genannt werden, kann man von einem Amino-Spiking ausgehen. Wären diese Inhaltsstoffen (Aminosäuren) dem Protein nicht extra hinzugefügt worden, würden sie einfach als "Protein" aufgeführt sein.

 

Bei solchen Produkten, bei denen die angegebenen Aminosäuren extra aufgeführt werden, solltet Ihr abwägen, ob die angegebenen Mengen vertretbar sind. Im Zweifel empfehlen wir, lieber auf ein anderes Produkt zurückgreifen. 

 

Um einschätzen zu können, ob die zugemischte Menge an Aminosäuren vertretbar ist, haben wir hier die geschätzten Aminosäure-Werte für ein Protein aufgeführt. Diese Werte können natürlichen Schwankungen unterliegen, sollten aber keine deutlich erhöhten Werte (+/-200mg) aufweisen:
 

Aminosäure enthalten in 100g
Gylcin 450mg
Arginin 600mg
Methionin 500mg
Taurin 0mg
Kreatin 0mg
 

Warum werden wir getäuscht?

Ganz einfach, kurz und knapp. Weil die Hersteller Ihren Gewinn maximieren und gleichzeitig ein konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt bringen möchten.

 

Auf Grund des verhältnismäßig niedrigen Preises der Aminosäuren in Höhe von ca. EUR 1,50/kg ist deutlich zu erkennen, weshalb ein Protein überwiegen mit Glycin und Taurin gestreckt wird. Diese Aminosäuren sind deutlich günstiger und vor allem sind diese günstiger als das Protein selbst.

 

Aber auch Arginin und Kreatin werden verwendet, um den Proteingehalt höher erscheinen zu lassen, als er tatsächlich ist. Dabei hat Kreatin unserer Meinung nach nichts in einem Protein zu suchen. Kreatin sollte unserer Meinung nach als Einzeldosis eingenommen werden.

  

Sichere Produkte ohne Spiking
Whey Proteine, bei denen unseres Wissens nach kein Amino-Spiking angewendet wird, sind zum Beispiel Optimum Nutrition Whey Gold Standard oder Olimp Whey Protein Complex.

 

Als Fazit kann man festhalten, dass die Anwendung von Amino-Spiking vor allem einem Ziel dienlich ist - den Herstellern die Margen zu erhöhen! Dass Verbraucher dabei absichtlich mit minderwertigen Proteinen getäuscht werden, spielt hierbei leider keine Rolle.

 

Daher ein kleiner Rat von uns - Augen auf beim Proteinkauf!